{"id":3761,"date":"2018-05-17T10:23:31","date_gmt":"2018-05-17T08:23:31","guid":{"rendered":"https:\/\/emr-sb.de\/?p=3761"},"modified":"2018-05-17T10:24:57","modified_gmt":"2018-05-17T08:24:57","slug":"olg-koeln-auch-tv-flops-sind-urheberrechtlich-geschuetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/olg-koeln-auch-tv-flops-sind-urheberrechtlich-geschuetzt\/","title":{"rendered":"OLG K\u00f6ln: Auch TV Flops sind urheberrechtlich gesch\u00fctzt"},"content":{"rendered":"<p class=\"Listenabsatz1CxSpFirst\">Mit Urteil vom 20.04.2018 (<abbr title=\"Aktenzeichen\">Az<\/abbr>. 6 U 116\/17) hat das Oberlandesgericht K\u00f6ln entschieden, dass auch &#8216;Pannen&#8217; in Fernsehsendungen (&#8220;TV Flops&#8221;) von konkurrierenden Fernsehsendern nicht ohne weiteres kostenlos ausgestrahlt werden d\u00fcrfen, sondern diese &#8211; je nach Sendeformat &#8211; der Lizensierungspflicht unterliegen und daher ihre Nutzung angemessen zu verg\u00fcten ist.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Listenabsatz1CxSpFirst\">In dem Rechtsstreit vor dem OLG K\u00f6ln ging es um die Ausstrahlung einiger Pannen aus Sendungen der Sendergruppe RTL durch das vom NDR produzierte Format &#8220;Top Flops&#8221;.\u00a0In dieser Sendereihe werden Ausschnitte von Fernsehbeitr\u00e4gen gezeigt, in denen als lustig empfundene Pannen zu sehen sind. Hiergegen ging RTL im Klagewege zun\u00e4chst vor dem Landgericht K\u00f6ln gegen den\u00a0NDR und weitere \u00f6ffentlich-rechtliche Sender, die das Format ebenfalls ausgestrahlt hatten, vor und verlangte unter anderem die Entrichtung einer Lizenzgeb\u00fchr. Das LG K\u00f6ln gab der Klage mit Urteil vom 29.06.2017 (<abbr title=\"Aktenzeichen\">Az<\/abbr>. 14 O 411\/14) statt. Hiergegen richtete sich nun mehr die Berufung der Beklagten vor dem OLG K\u00f6ln.\u00a0<\/p>\n<p>Das OLG K\u00f6ln wies die Berufung jedoch als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck und schloss sich der Argumentation einer bestehenden Lizensierungspflicht des Landgerichts an, wobei im Wesentlichen auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in der Sache &#8220;TV Total&#8221; <a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;nr=44091&amp;pos=0&amp;anz=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Urteil des I.\u00a0Zivilsenats vom\u00a020.12.2007 &#8211;\u00a0I\u00a0ZR\u00a042\/05\u00a0-)<\/a>\u00a0verwiesen wurde. Insbesondere sei dabei die Nutzung der Sendungsausschnitte nicht als Parodie gerechtfertigt, wie die Beklagte vorgetragen hatte. Die freie Benutzung eines Werkes (\u00a7 24 UrhG) vor dem Hintergrund der Parodie fordere mehr als das blo\u00dfe Ank\u00fcndigen eines TV Flops durch eine Anmoderation seitens der Beklagten. Wesensmerkmal der Parodie sei es, an ein bestehendes Werk zu erinnern, gleichzeitig aber ihm gegen\u00fcber wahrnehmbare Unterschiede aufzuweisen und einen Ausdruck von Humor oder eine Verspottung darzustellen. In der Sendung &#8220;Top Flops&#8221; seien aber keine wahrnehmbaren Unterschiede zwischen der Parodie und dem parodierten Werk zu erkennen gewesen. Vielmehr beschr\u00e4nke sich das Format auf eine Ank\u00fcndigung des Flops durch die Moderatoren, diene also der reinen Belustigung der Zuschauer ohne dass hierf\u00fcr eine Anmoderation im Sinne einer Auseinandersetzung mit dem Werk erforderlich sei.\u00a0<br \/>\n Weiter ist nach Auffassung des OLG K\u00f6ln auch die Schranke des Zitatrechts (\u00a7 51 UrhG) nicht einschl\u00e4gig. Zweck der Zitatfreiheit sei es n\u00e4mlich, die geistige Auseinandersetzung mit fremden Werken zu erleichtern, nicht aber die Nutzung von Werken allein im eigenen Interesse des potentiell Lizensierungspflichtigen zu erleichtern. Der Zitierende m\u00fcsse eine innere Verbindung zwischen dem fremden Werk und den eigenen Gedanken herstellen, woran es im vorliegenden Fall aufgrund der fehlenden Auseinandersetzung mit den ausgestrahlten Beitr\u00e4gen gemangelt habe.<\/p>\n<p>Die Pressemitteilung des OLG K\u00f6ln zu dem Urteil ist abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.olg-koeln.nrw.de\/behoerde\/presse\/004_zt_letzte-pm_archiv_zwangs\/001_letzte_pressemitteilung\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.olg-koeln.nrw.de\/behoerde\/presse\/004_zt_letzte-pm_archiv_zwangs\/001_letzte_pressemitteilung\/index.php<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 20.04.2018 (Az. 6 U 116\/17) hat das Oberlandesgericht K\u00f6ln entschieden, dass auch &#8216;Pannen&#8217; in Fernsehsendungen (&#8220;TV Flops&#8221;) von konkurrierenden Fernsehsendern nicht ohne weiteres kostenlos ausgestrahlt werden d\u00fcrfen, sondern diese &#8211; je nach Sendeformat &#8211; der Lizensierungspflicht unterliegen und daher ihre Nutzung angemessen zu verg\u00fcten ist.\u00a0 In dem Rechtsstreit vor dem OLG K\u00f6ln [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":3762,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[224,1,24,25],"tags":[],"class_list":["post-3761","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten","category-aktuelles","category-av-mediendienste","category-urheberrecht","et-has-post-format-content","et_post_format-et-post-format-standard"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"fr","enabled_languages":["de","fr","gb"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"fr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"gb":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3761","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3761"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3761\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3764,"href":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3761\/revisions\/3764"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3762"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3761"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3761"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3761"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}