{"id":3928,"date":"2018-06-28T09:48:48","date_gmt":"2018-06-28T07:48:48","guid":{"rendered":"https:\/\/emr-sb.de\/?p=3928"},"modified":"2018-06-28T09:48:48","modified_gmt":"2018-06-28T07:48:48","slug":"stoererhaftung-fuer-wlan-betreiber-nach-neuem-recht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emr-sb.de\/fr\/stoererhaftung-fuer-wlan-betreiber-nach-neuem-recht\/","title":{"rendered":"St\u00f6rerhaftung f\u00fcr WLAN-Betreiber nach neuem Recht"},"content":{"rendered":"<p>Nach der \u00c4nderung des Telemediengesetzes 2017 zugunsten der Betreiber offener WLAN-Netze entscheidet der BGH <a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;Datum=2018&amp;Sort=3&amp;nr=84445&amp;pos=0&amp;anz=106\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(I ZR 64\/17)<\/a><b>\u00a0<\/b>nun\u00a0zum ersten Mal \u00fcber eine Unterlassungsklage nach neuem Recht.<\/p>\n<p> Geklagt hatte ein Rechteinhaber gegen eine Privatperson, die ein offenes WLAN sowie einen TOR-Exit-Node betreibt.\u00a0\u00dcber den Internetanschluss des Beklagten wurden 2011 und 2013 mehrere Urheberrechtsverletzungen begangen.<\/p>\n<p> Der BGH lie\u00df in der Verhandlung vom 21.06.2018 bereits erkennen, dass im vorliegenden Fall zwischen Abmahnkosten\u00a0und Unterlassungsanspruch zu unterscheiden sei. Abmahnkosten w\u00fcrden sich nach alter Rechtslage richten, wenn diese\u00a0vor der Gesetzes\u00e4nderung entstanden seien.<br \/>\n Danach hafteten WLAN-Betreiber auch bei nicht von ihnen selbst begangenen Urheberrechtsverst\u00f6\u00dfen als St\u00f6rer auf\u00a0Unterlassen, verbunden mit Abmahnkosten, wenn sie nicht die m\u00f6glichen und zumutbaren Ma\u00dfnahmen getroffen hatten\u00a0um den Zugang zu sch\u00fctzen. Beispielsweise durch eine Passwortverschl\u00fcsselung.<\/p>\n<p> Unterlassungsanspr\u00fcche seien hingegen auf die Zukunft gerichtet und w\u00fcrden daher eher unter die neue Rechtslage\u00a0fallen.<br \/>\n Nach dem neuen \u00a7 8 TMG sind die Betreiber drahtloser Netzwerke privilegiert, die sogenannte St\u00f6rerhaftung, die Haftung\u00a0auf Unterlassung und Schadensersatz abgeschafft.\u00a0<\/p>\n<p> Das Telemediengesetz sei laut BGH auch auf Privatpersonen anwendbar, das deutsche Recht mache keine strengen\u00a0Vorgaben, wer Dienstanbieter i.S.d. \u00a7 2 Nr. 1 TMG ist.<\/p>\n<p> Der Kl\u00e4ger vertritt die Auffassung die neue Regelung sei unionsrechtswirdig. Die E-Commerce Richtlinie sei dahingehend\u00a0umzusetzen, dass Eigentums- und Urheberrechte effektiv gesch\u00fctzt seien. Ohne eine Abmahnm\u00f6glichkeit und die\u00a0M\u00f6glichkeit weiterhin eine Verschl\u00fcsselung gegen\u00fcber WLAN-Betreibern verlangen zu k\u00f6nnen seien Rechteinhaber\u00a0schutzlos gestellt.\u00a0<\/p>\n<p> Dem widersprachen die Richter in Karlsruhe. Die neue Regelung w\u00fcrde einen alternativen Leistungsanspruch auf Sperrung\u00a0vom Zugang zu bestimmten Informationen vorsehen. Dieser k\u00f6nnte den europarechtlichen Vorgaben entsprechen, da zum\u00a0Beispiel ein Rechteinhaber von einem WLAN-Anbieter nach Rechtsverletzungen verlangen k\u00f6nne Internetseiten wie\u00a0&#8220;kinox.to&#8221; zu sperren.\u00a0<br \/>\n Der BGH deutete sogar die M\u00f6glichkeit an, auch TOR-Exit-Nodes unter die Privilegierung des \u00a7 8 III TMG zu subsumieren.<\/p>\n<p> Die endg\u00fcltige Entscheidung des ersten Zivilsenats wird am 26.07.2018 verk\u00fcndet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der \u00c4nderung des Telemediengesetzes 2017 zugunsten der Betreiber offener WLAN-Netze entscheidet der BGH (I ZR 64\/17)\u00a0nun\u00a0zum ersten Mal \u00fcber eine Unterlassungsklage nach neuem Recht. Geklagt hatte ein Rechteinhaber gegen eine Privatperson, die ein offenes WLAN sowie einen TOR-Exit-Node betreibt.\u00a0\u00dcber den Internetanschluss des Beklagten wurden 2011 und 2013 mehrere Urheberrechtsverletzungen begangen. 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