{"id":3661,"date":"2018-04-24T15:01:59","date_gmt":"2018-04-24T13:01:59","guid":{"rendered":"https:\/\/emr-sb.de\/?p=3661"},"modified":"2018-04-24T15:01:59","modified_gmt":"2018-04-24T13:01:59","slug":"kg-berlin-google-muss-kontaktaufnahme-per-e-mail-ermoeglichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emr-sb.de\/gb\/kg-berlin-google-muss-kontaktaufnahme-per-e-mail-ermoeglichen\/","title":{"rendered":"KG Berlin: Google muss Kontaktaufnahme per E-Mail erm\u00f6glichen"},"content":{"rendered":"<p>Mit nun bekannt gewordenem Urteil vom 27. November 2017\u00a0 hat das Kammergericht Berlin (Az. 23 U 124\/14) entschieden, dass die bisherige Praxis von Google, Nachrichten an die im Impressum angegebene E-Mail-Adresse lediglich mit automatisierten Standardantworten zu beantworten, die auf Hilfeseiten und andere Kontaktoptionen verweisen, gegen das Telemediengesetz verst\u00f6\u00dft.\u00a0<\/p>\n<p>Geklagt hatte der verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Wege der Unterlassensklage nach \u00a72 UKlaG zun\u00e4chst vor dem Landgericht Berlin, dass der Klage stattgab. In der Berufungsinstanz schloss sich nunmehr auch das KG Berlin den Feststellungen des LG Berlins an.\u00a0<\/p>\n<p>Das KG verwies dabei vorrangig auf die Rechtsprechung des OLG Koblenz (Urteil vom 01.07.2015, Az.\u00a09 U 1339\/14<a title=\"9 U 1339\/14 (2 zugeordnete Entscheidungen)\" href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=9%20U%201339\/14\"><\/a>) in dem es ebenso um standardisierte Antwortmails und die Impressumspflicht nach \u00a7 5 Abs. 1 Nr. 2 TMG ging. Das OLG hatte hierzu ausgef\u00fchrt, dass die Verpflichtung nach \u00a7 5 Abs. 1 Nr. 2 TMG &#8220;eine individuelle unmittelbare Kommunikation auf elektronischem Wege \u00fcber die angegebene E-Mail-Adresse erm\u00f6glichen&#8221; soll und grunds\u00e4tzlich nicht verlange &#8220;dass Mitteilungen oder Anfragen von Seiten des Anbieters in jedem Fall beantwortet wer\u00adden.&#8221; Allerdings sei entscheidend, dass &#8220;die E-Mail-Adres\u00adse die Kontaktaufnahme mit dem Anbieter auf diesem Weg erm\u00f6glicht und der Anbieter seine Erreichbarkeit nicht einschr\u00e4nkt, indem er etwa von vornherein durch Regeln zur Be\u00adhandlung der E-Mail ausschlie\u00dft, dass eingehende Mails zur Kenntnis genommen werden oder die Kommunikationsm\u00f6glichkeiten der Kunden auf bestimmte Fragen inhaltlich einge\u00adschr\u00e4nkt, oder dem Kunden nur anderweitige M\u00f6glichkeiten der Kommunikation mitgeteilt werden.&#8221;. Anders als im Fall vor dem OLG Koblenz, in dem die beweispflichtige Kl\u00e4gerin die rein automatisierte Bearbeitung von Kontaktaufnahmen per E-Mail nicht nachweisen konnte, wurde die Automatisierung in den Verfahren vor dem Landgericht und dem Kammergericht Berlin jedoch von Google gar nicht bestritten. Eine solche Vorgehensweise &#8211; so das KG Berlin &#8211; sei nicht mit\u00a0\u00a7 5 Abs. 1 Nr. 2 TMG vereinbar. Da es sich hierbei um zwingendes Recht handele, \u00e4ndere es auch nichts, dass &#8211; wie von Google vorgebracht &#8211; das praktizierte Verfahren des Verweisens auf spezifische Kontaktformulare, Online-Hilfen und Nutzerforen eventuell den Verbaucherinteressen besser Rechnung trage, als die tats\u00e4chliche Er\u00f6ffnung einer Kontaktm\u00f6glichkeit, die aber unbeantwortet bliebe.\u00a0<\/p>\n<p>Den Vortrag der Beklagten, dass die Landesmedienanstalt Hamburg\/Schleswig-Holstein (MA HSH) diese Vorgehensweise ausdr\u00fccklich mit Schreiben einer Mitarbeiterin gebilligt habe, wies das KG ebenfalls zur\u00fcck. Eine solche Billigung sei jedenfalls f\u00fcr die ordentlichen Gerichte nicht bindend, da sie nicht von der hierf\u00fcr allein zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde stamme. Die \u00dcberwachung der Einhaltung der Bestimmungen f\u00fcr Telemedien sei n\u00e4mlich zwischen verschiedenen Organen des MA HSH aufgeteilt, wobei die Mitteilung der Mitarbeiterin allenfalls als verbindliche Erkl\u00e4rung der Anstalt \u00fcber die Nichtannahme einer Ordnungswidrigkeit (\u00a7 59 RStV) angesehen werden k\u00f6nne, nicht aber als verbindliche Entscheidung \u00fcber das Ergreifen von Aufsichtsma\u00dfnahmen.\u00a0<\/p>\n<p>Die entsprechende Pressemitteilung des vzbv sowie das Urteil im Volltext sind abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.vzbv.de\/pressemitteilung\/google-muss-kommunikation-e-mail-ermoeglichen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.vzbv.de\/pressemitteilung\/google-muss-kommunikation-e-mail-ermoeglichen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit nun bekannt gewordenem Urteil vom 27. 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