{"id":4130,"date":"2018-09-30T11:40:49","date_gmt":"2018-09-30T09:40:49","guid":{"rendered":"https:\/\/emr-sb.de\/?p=4130"},"modified":"2018-09-30T11:40:49","modified_gmt":"2018-09-30T09:40:49","slug":"bverwg-bayerischer-landtag-muss-der-presse-auskunft-ueber-die-hoehe-der-verguetung-der-im-haeuslichen-abgeordnetenbuero-beschaeftigten-ehefrau-erteilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emr-sb.de\/gb\/bverwg-bayerischer-landtag-muss-der-presse-auskunft-ueber-die-hoehe-der-verguetung-der-im-haeuslichen-abgeordnetenbuero-beschaeftigten-ehefrau-erteilen\/","title":{"rendered":"BVerwG: Bayerischer Landtag muss der Presse Auskunft \u00fcber die H\u00f6he der Verg\u00fctung der im h\u00e4uslichen Abgeordnetenb\u00fcro besch\u00e4ftigten Ehefrau erteilen"},"content":{"rendered":"<p>Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 27. September 2018 (Az. 7 C 5.17) entschieden, dass das Landtagsamt des Bayerischen Landtages einem Journalisten Auskunft \u00fcber das von einem bayerischen Landtagsabgeordneten an seine Ehefrau f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung im h\u00e4uslichen Abgeordnetenb\u00fcro gezahlte Bruttogehalt geben muss.<\/p>\n<p>Das Verwaltungsgericht M\u00fcnchen hatte mit Urteil vom Urteil vom 16. April 2015 (Az. M 10 K 13.4759) der Klage auf Auskunftserteilung stattgegeben. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte mit Urteil vom 24. November 2016 (Az.\u00a0 7 B 16.454) dieses Urteil des Verwaltungsgerichts aufgehoben und die Klage abgewiesen. Bei der gebotenen Abw\u00e4gung der widerstreitenden Interessen sei dem\u00a0 Informationsinteresse der Presse nicht der Vorzug vor dem ebenfalls verfassungsrechtlich gesch\u00fctzten Interesse des Abgeordneten und seiner Ehefrau am Schutz ihrer personenbezogenen Daten zu geben. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung k\u00f6nne nur auf gesetzlicher Grundlage eingeschr\u00e4nkt werden. An einer solchen fehle es. Nach dem Bayerischen Abgeordnetengesetz bestehe keine Pflicht zur Anzeige und Ver\u00f6ffentlichung von Kosten, die einem Landtagsmitglied zur Unterst\u00fctzung seiner parlamentarischen Arbeit durch Arbeits-, Dienst- und Werkvertr\u00e4ge entstanden seien. \u00d6ffentlich bekannt seien lediglich die Erstattungsh\u00f6chstbetr\u00e4ge, bis zu denen ein Landtagsabgeordneter Kostenerstattung verlangen k\u00f6nne, nicht jedoch die n\u00e4heren pers\u00f6nlichen Lebenssachverhalte, wie etwa die durch einzelne Mitarbeiter entstandenen Kosten. Die Schutzw\u00fcrdigkeit sei nicht aus sonstigen Gr\u00fcnden eingeschr\u00e4nkt, insbesondere gebe es keine Anhaltspunkte, dass die gesetzlichen Grenzen bei der Inanspruchnahme der Kostenerstattung \u00fcberschritten worden w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Dem ist das Bundesverwaltungsgericht nicht gefolgt. Nach der hier erforderlichen Abw\u00e4gung geb\u00fchre dem durch Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG gew\u00e4hrleisteten Auskunftsanspruch der Presse der Vorrang gegen\u00fcber der verfassungsrechtlich gesch\u00fctzten Freiheit des Mandats und dem Schutz personenbezogener Daten des Abgeordneten und seiner Ehefrau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>https:\/\/www.bverwg.de\/pm\/2018\/68<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 27. September 2018 (Az. 7 C 5.17) entschieden, dass das Landtagsamt des Bayerischen Landtages einem Journalisten Auskunft \u00fcber das von einem bayerischen Landtagsabgeordneten an seine Ehefrau f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung im h\u00e4uslichen Abgeordnetenb\u00fcro gezahlte Bruttogehalt geben muss. Das Verwaltungsgericht M\u00fcnchen hatte mit Urteil vom Urteil vom 16. April 2015 (Az. 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