{"id":4306,"date":"2018-11-29T16:50:34","date_gmt":"2018-11-29T15:50:34","guid":{"rendered":"https:\/\/emr-sb.de\/?p=4306"},"modified":"2018-12-03T15:00:42","modified_gmt":"2018-12-03T14:00:42","slug":"eugh-kein-urheberrechtsschutz-auf-kaesegeschmack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emr-sb.de\/gb\/eugh-kein-urheberrechtsschutz-auf-kaesegeschmack\/","title":{"rendered":"EuGH: Kein Urheberrechtsschutz auf K\u00e4segeschmack"},"content":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 13. November 2018 entschied der Europ\u00e4ische Gerichtshof in der Rechtssache C-310\/17, dass dem Geschmack eines Lebensmittels kein Urheberrechtsschutz zukommt. Ein holl\u00e4ndisches Unternehmen hatte gegen einen Konkurrenten geklagt. Dessen seit 2014 hergestellter Streichk\u00e4se \u201eWitte Wievenkaas\u201c sei eine Vervielf\u00e4ltigung des eigenen, 2007 kreierten Originals \u201eHeksenkaas\u201c. Nach Auffassung des Kl\u00e4gers k\u00f6nne der Geschmack eines Lebensmittels als urheberrechtlich gesch\u00fctztes Werk der Literatur, der Wissenschaft oder der Kunst eingestuft werden. In der Begr\u00fcndung st\u00fctzte er sich dabei auf ein Urteil des Obersten Gerichtshof der Niederlande vom 16. Juni 2006, in dem die M\u00f6glichkeit anerkannt wurde, ein Urheberrecht am Geruch eines Parfums zuzuerkennen.<br \/>\nIn erster Instanz wurde die Klage abgewiesen. Das mit dem Rechtsstreit befasste Berufungsgericht Arnhem-Leeuwarden, Niederlande, legte den Richtern in Luxemburg die Frage vor, ob der Geschmack eines Lebensmittels Schutz nach der Richtlinie 2001\/29\/EG (Urheberrechtsrichtlinie) genie\u00dfen k\u00f6nne.<br \/>\nIn seinem Urteil stellte der Gerichtshof nun fest, dass der Geschmack eines Lebensmittels nur dann gesch\u00fctzt sein kann, wenn er als Werk einen Ausdruck eigener geistiger Sch\u00f6pfung darstellt. Der Begriff \u201eWerk\u201c impliziere dabei eine Ausdrucksform, die das Schutzobjekt mit hinreichender Genauigkeit und Objektivit\u00e4t identifizierbar werden lasse. An der M\u00f6glichkeit einer pr\u00e4zisen und objektiven Identifizierbarkeit des Geschmacks eines Lebensmittels fehle es jedoch vorliegend. Geschmacksempfindungen seien anders als beispielsweise literarische, bildnerische oder musikalische Werke subjektiv und ver\u00e4nderlich. Sie hingen, so das Gericht, von unterschiedlichen Faktoren ab, die mit der Person verbunden sind, die das betreffende Erzeugnis kostet. Bei gegenw\u00e4rtigem Stand der Wissenschaft sei eine genaue und objektive Identifizierung des Geschmacks eines Lebensmittels nicht m\u00f6glich. Es g\u00e4be keine technischen Mittel zur Unterscheidbarkeit gleichartiger Erzeugnisse. Folglich sei der Geschmack eines Lebensmittels nicht als \u201eWerk\u201c einzustufen und k\u00f6nne daher auch keinen Urheberrechtsschutz gem\u00e4\u00df der Richtlinie genie\u00dfen. <\/p>\n<p>Das Urteil des EuGH ist (in deutscher Sprache) abrufbar unter:<br \/>\nhttp:\/\/curia.europa.eu\/juris\/document\/document.jsf?text=&#038;docid=207682&#038;pageIndex=0&#038;doclang=DE&#038;mode=lst&#038;dir=&#038;occ=first&#038;part=1&#038;cid=3729024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 13. November 2018 entschied der Europ\u00e4ische Gerichtshof in der Rechtssache C-310\/17, dass dem Geschmack eines Lebensmittels kein Urheberrechtsschutz zukommt. Ein holl\u00e4ndisches Unternehmen hatte gegen einen Konkurrenten geklagt. Dessen seit 2014 hergestellter Streichk\u00e4se \u201eWitte Wievenkaas\u201c sei eine Vervielf\u00e4ltigung des eigenen, 2007 kreierten Originals \u201eHeksenkaas\u201c. 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