{"id":4605,"date":"2019-03-05T10:22:45","date_gmt":"2019-03-05T09:22:45","guid":{"rendered":"https:\/\/emr-sb.de\/?p=4605"},"modified":"2019-03-05T10:23:27","modified_gmt":"2019-03-05T09:23:27","slug":"4605-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emr-sb.de\/gb\/4605-2\/","title":{"rendered":"BVerwG: Verteidigungsministerium muss Akten zu Mundlos herausgeben"},"content":{"rendered":"<div class=\"tzData\">\n<p>Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 28. Februar 2019 (BVerwG 7 C 20.17) entschieden, dass das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) dem Axel Springer Verlag Zugang zu Unterlagen gew\u00e4hren muss, die den Terroristen und ehemaligen Bundeswehrsoldaten Uwe Mundlos betreffen und in den Personalakten anderer (ehemaliger) Soldaten enthalten sind. In den Akten m\u00f6glicherweise enthaltene personenbezogene Daten anderer Soldaten seien entsprechend unkenntlich zu machen, insbesondere also zu schw\u00e4rzen.<\/p>\n<\/div>\n<p>Der Entscheidung liegt ein nunmehr fast sieben Jahr andauernder Rechtsstreit zugrunde. Der Verlag hatte 2012 einen Antrag gegen\u00fcber dem BMVg auf Zugang zu allen Unterlagen gestellt, die auch dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags zu Uwe Mundlos zur Verf\u00fcgung gestellt wurden. Der Antrag wurde jedoch gr\u00f6\u00dftenteils abgelehnt, wogegen der Verlag Klage vor dem Verwaltungsgericht K\u00f6ln erhob &#8211; jedoch ebenfalls erfolglos (VG K\u00f6ln, 13 K 3809\/13 &#8211; Urteil vom 25. Juni 2015).\u00a0 Auf die Berufung der Kl\u00e4gerin hin verpflichtete das Oberverwaltungsgericht M\u00fcnster (15 A 1578\/15 &#8211; Urteil vom 05. Mai 2017) die Beklagte jedoch, etwa 70 Personalakten anderer Soldaten, den Auszug des Einheitsaktenplans, der die Facharbeit des MAD und des Aufsichtsreferats betraf, sowie im Zusammenhang mit mutma\u00dflichen Munitionsdiebst\u00e4hlen Anfang der 90er Jahre stehende Unterlagen &#8211; jeweils unter Schw\u00e4rzung personenbezogener Daten Dritter &#8211; der Kl\u00e4gerin in Kopie zur Verf\u00fcgung zu stellen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"instanz\">Die hiergegen gerichtete Revision des BMVg hatte nunmehr teilweise Erfolg. Hinsichtlich des Zugangs zu Personalakten anderer Soldaten hat die Kl\u00e4gerin die Klage teilweise zur\u00fcckgenommen und auf diejenigen Unterlagen beschr\u00e4nkt, die Uwe Mundlos betreffen. Insoweit hat das Urteil des Oberverwaltungsgerichts im Ergebnis Bestand. Die erforderliche Abw\u00e4gung zwischen dem postmortalen Pers\u00f6nlichkeitsschutz von Uwe Mundlos als Person der Zeitgeschichte und dem Informationsinteresse der Presse falle zugunsten der Presse aus. Soweit die Kl\u00e4gerin dar\u00fcber hinaus Zugang zu weiteren, als Verschlusssache eingestuften Unterlagen (Auszug aus dem Einheitsaktenplan sowie zu Munitionsdiebst\u00e4hlen), begehrte, hat das Bundesverwaltungsgericht die Sache jedoch an das Oberverwaltungsgericht zur\u00fcckverwiesen. Das Oberverwaltungsgericht h\u00e4tte die Geheimhaltungsbed\u00fcrftigkeit der Informationen nicht ohne die Durchf\u00fchrung eines sog. in-camera-Verfahrens, bei dem ein besonderer Spruchk\u00f6rper diese Frage pr\u00fcft, verneinen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Pressemitteilung des BVerwG ist abrufbar unter:\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bverwg.de\/de\/pm\/2019\/19\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bverwg.de\/de\/pm\/2019\/19<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 28. 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