{"id":5532,"date":"2020-11-25T17:19:05","date_gmt":"2020-11-25T16:19:05","guid":{"rendered":"http:\/\/emr-sb.de\/?p=5532"},"modified":"2020-11-30T17:19:25","modified_gmt":"2020-11-30T16:19:25","slug":"neuer-medienstaatsvertrag-in-deutschland-im-november-in-kraft-getreten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emr-sb.de\/gb\/neuer-medienstaatsvertrag-in-deutschland-im-november-in-kraft-getreten\/","title":{"rendered":"Neuer Medienstaatsvertrag in Deutschland im November in Kraft getreten"},"content":{"rendered":"<p>Am 7.11.2020 ist der neue Medienstaatsvertrag in Kraft getreten, der den bisherigen Rundfunkstaatsvertrag in Deutschland abl\u00f6st. Darin werden nicht nur die Anforderungen der durch die \u00c4nderungsrichtlinie (EU) 2018\/1808 reformierten AVMD-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt, sondern auch weitere Bereiche des Mediensystems vor dem Hintergrund der sich wandelnden Medienlandschaft adressiert. Insbesondere enth\u00e4lt der Medienstaatsvertrag nunmehr auch Elemente einer digitalen Auffindbarkeits- und Aufmerksamkeitsregulierung, indem Medienplattformen, Benutzeroberfl\u00e4chen und Intermedi\u00e4re in den Anwendungsbereich aufgenommen wurden.<\/p>\n<p>Der Medienstaatsvertrag hat dabei einen langen Weg hinter sich. Nach dem Abschlussbericht der Bund-L\u00e4nder-Kommission zur Medienkonvergenz im Juni 2016 wurde ein erster Entwurf des Medienstaatsvertrages entwickelt und im Juni 2018 ver\u00f6ffentlicht. Es folgten zwei \u00f6ffentliche Onlinebeteiligungsverfahren zum ersten Entwurf (Sommer 2018) und zu einem weiteren, \u00fcberarbeiteten Entwurf (Sommer 2019), in deren Rahmen die interessierte \u00d6ffentlichkeit Stellung zu den vorgeschlagenen Regelungen beziehen konnte. Am 5.12.2019 erfolgte dann die Beschlussfassung der Regierungschefs und \u2013chefinnen der 16 deutschen Bundesl\u00e4nder, die f\u00fcr die Gesetzgebung im Bereich des Medienrechts innerhalb der f\u00f6deralen Struktur Deutschlands zust\u00e4ndig sind und sich daher \u00fcber das Modell eines Staatsvertrages, der dann jeweils in entsprechendes Landesrecht zu transformieren ist, auf gemeinsame Regeln f\u00fcr bestimmte, bundesweit relevante Bereiche einigen. Im Januar 2020 wurde der Entwurf eines Staatsvertrages zur Modernisierung der Medienordnung in Deutschland dann bei der Europ\u00e4ischen Kommission notifiziert (Notifizierungsnummer 2020\/26\/D). Die Kommission erteilte in diesem Rahmen zwar ihre Zustimmung zur Verabschiedung der neuen Regeln, \u00e4u\u00dferte allerdings \u201egewisse Bedenken\u201c insbesondere im Hinblick auf die neuen Regeln zur Plattformregulierung und deren Auswirkungen auf den grundfreiheitlich garantierten freien Dienstleistungsverkehr und deren Vereinbarkeit mit bestehendem und in der Entwicklung befindlichem Sekund\u00e4rrecht der EU. Danach mussten noch alle 16 Landesparlamente der Verabschiedung zustimmen, bis der MStV nunmehr im November in Kraft treten konnte.<\/p>\n<p>In Bezug auf die Umsetzung der AVMD-Richtlinie enth\u00e4lt der MStV, auch in Verbindung mit \u00c4nderungen im Jugendmedienschutzstaatsvertrag, Regelungen f\u00fcr Video-Sharing-Plattformen zum Jugend- und Menschenw\u00fcrdeschutz, zur St\u00e4rkung von barrierefreien Angeboten und Liberalisierungen im Bereich Werbung f\u00fcr private Rundfunkanbieter. In Bezug auf die \u201eneuen Medienanbieter\u201c werden allgemeine Grunds\u00e4tze in Form von technologieneutralen Regeln, Transparenzvorgaben und Diskriminierungsverboten etabliert. Besondere Regeln gibt es sowohl f\u00fcr Medienplattformen (Bestimmungen zur Signalintegrit\u00e4t, Must-Carry-\/Zugangs- und Auffindbarkeitsregeln) und Medienintermedi\u00e4re (Kennzeichnungspflichten f\u00fcr Social Bots, Pflicht zur Bestellung eines inl\u00e4ndischen Zustellungsbevollm\u00e4chtigten).<\/p>\n<p>Ob mit dem Medienstaatsvertrag die Vorgaben der Novelle der AVMD-Richtlinie umgesetzt sind, ist derzeit Gegenstand einer Pr\u00fcfung der Europ\u00e4ischen Kommission. \u00a0Diese hat am 23. November 2020 Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland, 22 weitere Mitgliedstaaten der EU und Gro\u00dfbritannien eingeleitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 7.11.2020 ist der neue Medienstaatsvertrag in Kraft getreten, der den bisherigen Rundfunkstaatsvertrag in Deutschland abl\u00f6st. Darin werden nicht nur die Anforderungen der durch die \u00c4nderungsrichtlinie (EU) 2018\/1808 reformierten AVMD-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt, sondern auch weitere Bereiche des Mediensystems vor dem Hintergrund der sich wandelnden Medienlandschaft adressiert. 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