Wer die Vielfalt der Medien erhalten will, muss ihre finanzielle Grundlage sichern. Privatrechtlich veranstaltete Medien aller Art finanzieren sich ganz überwiegend durch Werbung. Rund die Hälfte der Werbeaufwendungen für Waren und Dienstleistungen an deutsche Kunden wandern jedoch an große Online-Plattformen mit Sitz außerhalb der europäischen Union. Diese Gelder sind für die Finanzierung vielfältiger Inhalte verloren. Gleichzeitig machen neue regulatorische Vorgaben bestimmte Werbeformen schwieriger und bringen im Zusammenhang mit KI Rechtsunsicherheit. Der Einsatz von KI durch Werbungtreibende wird bereits mittelfristig gewaltige Auswirkungen auf alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette von Werbung haben und die Publisher weiter unter Druck bringen.

Das EMR wird in einer losen Folge in drei Webinaren über diese Themen informieren. Das Institut richtet sich dabei an Praktiker aus Unternehmen, an Juristen im Medienbereich sowie an Regulierer.

Von den zahlreichen Regulierungsfragen werden die europäischen Aspekte der politischen Werbung (TTPW-VO) sowie das Spannungsfeld von Datenschutz beim Einsatz von KI bei der Werbeschaltung beleuchtet. Bewusst blendet diese Beschränkung die aktuelle Diskussion um die Beschränkung von Werbung für bestimmte Produkte oder Dienstleistungen sowie Diskussionen um nationale Werberegulierungen aus. Auch zukünftige Neuregelungen in der AVMD-RL sind nicht Gegenstand der Webinare. Am Ende soll die ökonomische Bedeutung der Regulierung sowie der technischen Möglichkeiten von KI eingeordnet werden.

KI-VO und DSGVO: Wie passt das bei der Werbung zusammen?

Die KI-VO gilt auch für das Produzieren von Werbespots und deren Aussteuerung an Rezipienten durch KI. Dafür benötigt man Daten, die wiederum durch die DSGVO reguliert werden. Es kommt zum Nebeneinander von zwei unterschiedlichen Regulierungssystemen. In Deutschland sind verschiedene Behörden für die Überwachung und Sanktionen zuständig. Bei der KI-Werbung in Medien sollen die Medienanstalten die KI-VO überwachen. Die Verwendung von Daten mit oder ohne KI bei de

Platzierung von Werbung ist Gegenstand der Überwachung durch die staatlichen Datenschutzbehörden. Der sich anbahnende Konflikt ist Kern des Webinars.

Datum: 12. Mai 2026, 10:30 Uhr

Referentin: Kristin Benedikt, Mitglied des Vorstandes des EMR

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Politische Werbung: Was zu beachten ist

Die Verordnung über die Transparenz und das Targeting politischer Werbung (TTPW-VO) beinhaltet zahlreiche Vorgaben politische Werbung. Der Begriff wird weit verstanden. Es steht zu befürchten, dass Werbevermittler etwa für Online-Inventar diese Art von Werbung ausschließen, weil ihnen das Risiko zu hoch ist, gegen die Vorgaben zu verstoßen. Das Webinar will eine Übersicht über die Verpflichtung bieten und zeigt auf, welche Akteure betroffen sind.

Datum: 19. Mai 2026, 11:00 Uhr

Referentin: Dr. Sandra Schmitz-Berndt LL.M., LL.M., wissenschaftliche Mitarbeiterin des EMR

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KI in der Werbung: Ökonomisch betrachtet

Die algorithmische Aussteuerung bei der Verbreitung von Werbespots an klar umrissene Zielgruppen war die erste Revolution, die zu drastischen Verschiebungen von Werbegeldern und strukturellen Branchentransformationen führte. Nun steht durch KI die nächste Revolution an, wo der gesamte Prozess von Kreation über Planung, Einkauf und Optimierung potenziell autonom abläuft und vormals ausdehnte Arbeits-schritte komprimiert. Neben neuem Innovationspotenzial für Werbetreibende, Technologieanbieter Agenturen und Publisher, favorisiert dieses Paradigma jedoch auch diejenigen Marktteilnehmer, die geschlossene Systeme anbieten. Etablierte Geschäftsmodelle, Praktiken und menschliche Rollenprofile stehen vor massiven Änderungen – mit allen Folgen für den angezeigten beziehungsweise bevorzugten Content. Die politische Diskussion um die Finanzierung vielfältiger Medienangebote beachtet diese Implikationen von KI bislang kaum. Das Webinar will anhand von Daten die Entwicklung verständlich machen.

Datum: 2. Juni 2026, 11:30 Uhr

Referent: Daniel Knapp, Datenanalyst, Mitglied des Vorstandes des EMR

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