Die Nutzung von KI bei der Planung, Produktion und Aussteuerung von Werbung wird erhebliche Auswirkungen auf das Ökosystem haben. Das war die Kernaussage im Vortrag von Dr. Daniel Knapp, Datenanalyst und Mitglied des Vorstandes des EMR. Er analysierte im Webinar „KI in der Werbung: Ökonomisch betrachtet“, wie KI bei den Werbungtreibenden aber auch bei den Agenturen auf ohnehin bestehenden ökonomischen Druck trifft, die jeweils eigenen Geschäftsmodelle zu verändern. Es wundert also nicht, wenn die Werbebranche im umfassend verstandenen Sinn zu den KI-Vorreitern gehört. Es tut sich also weit mehr als „nur“ eine Verschiebung durch die Verwandlung der Suchmaschinen, die Traffic weiterleiten, in „Antwort-Maschinen“, die den Nutzer (möglichst lange) auf der eigenen Plattform halten wollen. Knapp zeigte auf, dass ausgehend vom klassischen Werbemodell der alten Massenmedien schon die Personalisierung und Social Media eine Revolution war, dass KI nun die nächste Runde dramatischer Änderungen bedeutet. Für die Diskussion im EMR um den rechtlichen Rahmen der Regulierung sind diese Erkenntnis bedeutend. Die Diskussion wird darum geführt, wie journalistisch-redaktionelle Angebote und  Vielfalt finanziert werden können. Die eine Dekade zurückreichende Diskussion, an der das EMR gutachterlich teilnahm, befasste sich mit der Rolle der Mediaagenturen bei der Zuweisung von Mitteln an Medien und damit die Steuerungsfunktion in der öffentlich-medialen Diskussion. KI verschiebt die damals noch zugrunde gelegten tatsächlichen Annahmen völlig, so ein Resümee dieses Webinars.