Autor: Christina Etteldorf

BGH: Nach ‚YouTube‘ nun auch ‚Uploaded‘ zur Vorlage an den EuGH

Mit heutigem Beschluss vom 20. September 2018 (I ZR 53/17 – Uploaded) hat der BGH nach seiner Entscheidung aus der vergangenen Woche in Sachen YouTube (Vgl. hierzu den Bericht des EMR ) nunmehr auch (ähnliche) Fragen zur Haftung eines Sharehosting-Dienstes für urheberrechtsverletzende Inhalte dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) vorgelegt.  Die Vorlageentscheidung betrifft einen Rechtsstreit von Buch- und Musikverlagen gegen den Sharehosting-Dienst „uploaded“, der jedermann kostenlos Speicherplatz für das Hochladen von Dateien beliebigen Inhalts anbietet, die grundsätzlich kostenlos von anderen Nutzern heruntergeladen werden können, wobei registrierte (und zahlende) Nutzer allerdings von höheren Downloadgeschwindigkeiten und einem höheren Downloadkontingent profitieren. Für jede...

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EP zu Uploadfiltern und Leistungsschutzrecht

Das Europäische Parlament hat sich in seiner heutigen Abstimmung in der Reform des Urheberrechts positioniert und ist damit bereit für die Trilogverhandlungen, die nach einer noch ausstehenden Positionierung des Rates stattfinden werden. Mit 438 gegen 226 Stimmen sowie 39 Enthaltungen stimmten die Abgeordneten für das Paket, mit dem vor allem die Urheberrechtsrichtlinie auf die Gegebenheiten des digitalen Zeitalters angepasst werden soll. Die erzielte Einigung ist vor allem relevant für Intermediäre wie Google und Tochterunternehmen YouTube, deren Geschäftsmodelle unter anderem Auslöser für die Reformbestrebungen auf europäischer Ebene waren. Kleine Firmen sollen vom Anwendungsbereich der Richtlinie ausgeschlossen bleiben. Die Parlamentarier stimmten unter...

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EuGH: Das Einstellen einer Fotografie von einer Webseite auf eine andere Webseite bedarf der Zustimmung des Urhebers

Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteil vom 07. August (Rechtssache C-161/17, Land Nordrhein-Westfalen ./. Dirk Renckhoff) entschieden, dass das Einstellen einer Fotografie auf einer öffentlich zugänglichen Webseite auch dann der Zustimmung des Urhebers bedarf, wenn die Fotografie bereits zuvor auf einer anderen Webseite im Einverständnis des Urhebers frei und uneingeschränkt zugänglich war. Damit schlägt der EuGH eine etwas andere Richtung ein als in seiner bisherigen Rechtsprechung zur Urheberrechtsrelevanz von Verlinkungen beim Recht der öffentlichen Wiedergabe.  Die Entscheidung beruht auf einer Vorlagefrage aus Deutschland. Auf der Webseite eines Reisemagazins wurde mit Zustimmung des Fotografen eine Fotografie der spanischen Stadt Córdoba...

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BVerfG: Keine Strafbarkeit wegen Verhamlosung des Nationalsozialismus ohne Störung des öffentlichen Friedens

Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom Beschluss vom 22. Juni 2018 (1 BvR 2083/15) der Verfassungsbeschwerde eines YouTube-Kanalbetreibers gegen seine Verurteilung wegen Verharmlosung des nationalsozialistischen Völkermords stattgegeben. Im Wesentlichen begründete das BVerfG dies damit, dass für eine Strafbarkeit wegen Verharmlosung des Nationalsozialismus die positive Feststellung erforderlich sei, dass die Äußerung sich zur Gefährdung des öffentlichen Friedens eigne.  Eine „mögliche Konfrontation mit beunruhigenden Meinungen, auch wenn sie in ihrer gedanklichen Konsequenz gefährlich und selbst wenn sie auf eine prinzipielle Umwälzung der geltenden Ordnung gerichtet sind“ gehöre laut BVerfG „zum freiheitlichen Staat“. Daher begründe allein die „Verharmlosung des Nationalsozialismus als Ideologie“ oder auch „eine anstößige Geschichtsinterpretation“...

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BGH zur Störerhaftung von WLAN-Betreibern – Zwischen altem und neuem Recht

Der Bundesgerichtshof hat sich mit seinem heutigen Urteil vom 26. Juli 2018 in der Rechtssache „Dead Island“ (Az. I ZR 64/17) erstmals zu der seit dem 13. Oktober 2017 geltenden Fassung des § 8 Abs. 1 S. 2 Telemediengesetz (TMG) geäußert, der die Verantwortlichkeit für Handlungen Dritter bei der bloßen Durchleitung von Informationen und damit insbesondere die Haftung von Betreibern offener WLAN-Netze betrifft. In seinem Urteil stellt der BGH fest, dass der Anbieter eines Internetzugangs über WLAN und eines Tor-Exit-Nodes zwar nicht als Störer für von Dritten über seinen Internetanschluss im Wege des Filesharings begangene Urheberrechtsverletzungen auf Unterlassung hafte, ein...

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